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Wer investiert eigentlich in die saubere Energie unserer Region?

Wer investiert eigentlich in die saubere Energie unserer Region?
Energie, die man nicht sieht – Kapital, dasman noch weniger sieht

Wenn zuhause die Heizung läuft oder aus der Steckdose Strom kommt, denktkaum jemand darüber nach, wer die dahinterliegende Infrastruktur eigentlichfinanziert hat. Dabei ist gerade die Energieversorgung in einer bergigen,dezentral organisierten Region ein kapitalintensives Geschäft:Wasserkraftwerke, Fernwärmenetze, Holzheizkraftwerke oder die Modernisierungvon Strom­netzen verschlingen Beträge, die eine einzelne Gemeinde oder einregionaler Versorger selten allein stemmen kann. Genau hier kommen institutionelle Investoren ins Spiel.

Anders als kurzfristig orientierte Anleger suchen institutionelleInvestoren – etwa Pensionskassen oder Versicherungen – nach stabilen, planbarenErträgen über Jahrzehnte. Energieinfrastruktur passt zu diesem Profil fastidealtypisch: Sie liefert über lange Zeiträume verlässliche Cashflows, istwenig konjunkturabhängig und trägt gleichzeitig sichtbar zur Dekarbonisierungbei. Für unsere Region bedeutet das: Ein erheblicher Teil der Wärme- undStromwende wird durch Kapital ermöglicht, das gezielt nach langfristigen,realwirtschaftlichen Anlagen sucht.

Seit 2012: Milliarden für saubere Energiein der Schweiz

Der Trend ist kein Nischenphänomen mehr. Seit 2012 fliesst überspezialisierte Fonds systematisch institutionelles Kapital in SchweizerProjekte für saubere Energie. Über eine dieser Plattformen wurden bis heuterund CHF 2,6 Milliarden inClean-Energy-Investitionen kanalisiert – verteilt auf Wasserkraft, Biomasse,Energieinfrastruktur, Energieeffizienz und weitere erneuerbare Bereiche.Investiert wird dabei bewusst über alle Landesteile hinweg, mit einem klarenSchwerpunkt auf Anlagen mit Schweizer Bezug.

Diese Zahlen zeigen zweierlei. Erstens: Die Finanzierung der Energiewendefunktioniert längst über professionelle, langfristig ausgerichtete Strukturen –nicht nur über öffentliche Budgets. Zweitens: Auch Regionen abseits der grossenWirtschaftszentren profitieren davon, sofern die Projekte vor Ort die richtigeGrösse und Reife erreichen. Gerade dezentrale Wärme- und Wasserkraftprojektesind für solche Investoren attraktiv, weil sie nah an den Menschen und an einerstabilen Nachfrage liegen.

Die Bausteine der Versorgung vor Ort

Wenn man von «sauberer Energie in der Region» spricht, meint man in derPraxis vor allem drei Bausteine, die sich ergänzen:

- Wasserkraft – das Rückgrat der Stromversorgung in eineralpin geprägten Region. Bestehende Anlagen werden modernisiert, neueSpeicherlösungen ergänzen die schwankende Produktion aus Sonne und Wind.

- Biomasse und Holzenergie – regionale Ressourcen, dieandernfalls ungenutzt blieben, werden zu Wärme und Strom. Holzheizkraftwerkeschliessen lokale Kreisläufe und halten Wertschöpfung in der Region.

- Fernwärme – über lokale Netze wird Wärme auserneuerbaren Quellen oder aus der Abwärme von Prozessen dorthin verteilt, wosie gebraucht wird: in Haushalte, öffentliche Gebäude und Betriebe.

Diese drei Bausteine haben eines gemeinsam: Sie sind standortgebunden.Ein Fernwärmeverbund lässt sich nicht importieren, ein Wasserkraftwerk nichtverschieben. Das macht sie zu echten regionalen Infrastrukturprojekten – und zueiner Anlageklasse, die den Menschen vor Ort unmittelbar zugutekommt.

Ein konkretes Beispiel: der regionale Fernwärmeverbund

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Fernwärmeverbund in unsererRegion, in den rund CHF 53 Millioneninvestiert wurden. Solche Verbünde folgen einem einfachen, aber wirkungsvollenPrinzip: Wärme aus erneuerbaren Quellen wird zentral erzeugt, über ein lokalesNetz verteilt und schliesslich als saubere Wärme an Haushalte und Betriebegeliefert. Für die angeschlossenen Liegenschaften bedeutet das planbareWärmekosten, einen kleineren CO₂-Fussabdruck und den Wegfall eigener fossilerHeizungen.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist dieser Punkt besonders relevant:Ein Anschluss an einen erneuerbaren Wärmeverbund kann den Wert einer Immobilielangfristig stützen, weil er die Liegenschaft von fossilen Energieträgern undschwankenden Preisen unabhängiger macht. Was auf den ersten Blick nach reinerInfrastruktur aussieht, ist damit auch ein Faktor bei Kauf-, Verkaufs- undSanierungsentscheidungen.

Warum das für Eigentümer und Gemeindenzählt

Die Beteiligung institutioneller Investoren an regionalerEnergieinfrastruktur ist kein abstraktes Finanzthema. Sie entscheidet mitdarüber, ob ein Wärmeverbund gebaut wird, ob ein Wasserkraftwerk modernisiertwerden kann und ob eine Gemeinde ihre Klimaziele erreicht. Für Eigentümerinnenund Eigentümer wiederum verändert sie die Rahmenbedingungen: Der Zugang zusauberer, lokal erzeugter Energie wird zu einem Standort- und Wertfaktor.

Wer eine Immobilie besitzt, kauft oder verkauft, tut deshalb gut daran,die Energieversorgung nicht als gegeben hinzunehmen, sondern als Teil derlangfristigen Werthaltigkeit zu verstehen. Regionale Infrastruktur, langfristiggedacht, ist am Ende genau das: eine Investition in die Zukunft eines Ortes –und in den Wert dessen, was darauf steht.

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